Preisentwicklung
Sehr geehrte Damen und Herren,
oft erleben wir in Kundengesprächen, dass die Kunden meinen, Kaminholz sei so teuer geworden und empfinden den Preis als zu hoch. Ja es stimmt, der Preis von Kaminholz ist deutlich nach oben gegangen, aber warum? Wir möchten Ihnen versuchen zu erklären warum das so ist und warum mit weiteren Preissteigerungen in den nächsten Jahren zu rechnen ist.
Blicken wir mal zurück in die Jahre 1989-1996, das Ende der DDR war besiegelt, damit brach in unserem ostdeutschen Raum auch zum größten Teil die holzverarbeitende Industrie weg. Viele Forstarbeiter wurden entlassen, der Holzeinschlag drastisch zurückgefahren. Nachfrage nach Rohholz war gering und wenn dann nur nach Nadelhölzern hauptsächlich starke Fichte. Einen Absatzmarkt für Laubholz z. Bsp. Buche, Eiche, Birke gab es quasi nicht. Bei der Waldpflege ( Durchforstungsarbeiten ) wurden Laubhölzer nur gefällt und blieben zum Verrotten bestimmt im Wald liegen.
1996-2000, langsam besann sich die Bevölkerung an die gute alte Ofenwärme und es wurden die jetzt wieder neu angebotenen Kamine und Kaminöfen von Einigen eingebaut. Der Forst fing nun an Laubholz als Brennholz zu verkaufen da dies die einzige Möglichkeit war wenigstens einen kleinen Unkostenbeitrag zur teuren Waldpflege zu bekommen. An dieser Stelle sei bemerkt, dass Holz in dieser Zeit nicht einmal kostendeckend geerntet wurde sondern mit einem Verlust von mindestens 20-25 DM pro Raummeter nur zum Zweck der Waldpflegearbeiten.
2000-2003, die Anzahl der neu errichteten Kamine nimmt ständig zu, Holzvergaserkessel für Zentralheizungen werden staatlich gefördert, es setzt ein wahrer Boom ein. Heizen mit Holz ist wieder In. Der Holzpreis ist zwar ein wenig angestiegen aber immer noch sehr billig. Langsam entstehen auch neue Werke in denen das billige Laubholz verarbeitet wird.
2003-2005, die Anzahl der holzverarbeitenden Werke wächst weiter und die benötigte Menge vom Rohstoff Holz nimmt in großen Maße zu. Kamine & Öfen schießen wie Pilze aus dem Boden, jeder meint billig das ganze Haus ausheizen zu können und möchte auf das teuer gewordene Öl und Gas verzichten.
2005-2007, die holzverarbeitende Industrie z. B. Firma Klausnerholz, weltweit größter Schnittholzproduzent, Firma Kronospan als Hersteller von Laminat & Spanplatten hauptsächlich für den Export nach Übersee, Versuchsprojekte zur Herstellung von Bio-Treibstoffen Firma Choren, diverse Hersteller von Holzbriketts und Pellets. Und noch viele große Werke der Holz & Zellstoffindustrie die ich Ihnen gern nennen kann brauchen Unmengen vom Rohstoff Holz. Es wird mehr vom Rohstoff Laubholz benötigt als in unserer Region zur Verfügung steht, die Folge drastische Preiserhöhungen auf dem Rohholzmarkt.
2007, der Bedarf am Rohstoff Holz ist ungebremst stark, die Preise steigen erneut um ein Vielfaches an.
Zudem stellt sich in zunehmenden Maß die Frage nach der Wertschöpfung aus dem Rohstoff Holz. Als Erstes kommt die Großindustrie mit einer Vielzahl an Arbeitsplätzen die bevorzugt zu günstigeren Konditionen einkaufen und als letztes Glied in der Kette bleibt der „gemeine Brennholzkunde“, der erheblich höhere Preise zahlen muss um überhaupt noch Holz zu bekommen.
2008, die Nachfrage nach Rohholz wächst stetig weiter und es ist kein Ende abzusehen. Zudem werden die Einschlagsmengen in der Forstwirtschaft reduziert. Neue Werke wie z. Bsp. Choren Sun Diesel gehen in Betrieb und es werden sicher noch einige neue Werke, die sich alle auf den so wertvoll gewordenen Rohstoff Holz stürzen, dazu kommen. Der Holzpreis wird sicher weiter ansteigen.
2010, die Weltweite Wirtschafts-und Finanzkrise hat die Preise für Öl und Gas zwar etwas sinken lassen, doch der Holzpreis ist weiterhin auf dem hohen Niveau geblieben.
Für das Jahr 2010 ist sogar mit weiteren Preissteigerungen auf dem Rohholzmarkt zu rechnen.
Aber bitte denken Sie auch daran Holz ist nicht wirklich zu teuer, es hat nur einige Jahre lang eben nicht viel gekostet. Es wurde nicht einmal kostendeckend geerntet sondern mit Verlust. Das ist jetzt nicht mehr der Fall und die Waldbesitzer egal welcher Form sind erstmals in der glücklichen Lage mit ihrem Wald, der viel Zeit und Geld kostet, auch etwas zu erwirtschaften.
Zum Abschluss noch eine kurze Anregung zum Nachdenken wie viel Arbeit und damit verbundene Kosten in Ihrem Kaminholz stecken.
Pflanzung und Pflege des Waldbestandes für mindestens 40-80 Jahre
Vorbereitung der Flächen, Anzeichnen der zu entnehmenden Bäume durch den Revierförster
Holzeinschlag mit modernen Vollerntern oder manuell mit der Motorsäge
Holzrückung mit Pferden an die Rückegasse
Endrückung an die Lkw befahrbaren Wege und Straßen mit modernen Rückezügen
Aufmaß durch den Revierförster, EDV Verarbeitung der Holzmengen im Forstamt
Transport mit dem Holztransport LKW auf unseren Lagerplatz
Transport vom Rohholzlagerplatz zum modernen Holzspalteautomat mittels Traktor und Krananhänger
Sägen und Spalten des Holzes incl. Entsorgung von Spänen und Abfall
Transport mit Gabelstapler und Lagerung des Kaminholzes für bis zu 2 Jahre
Transport mit Gabelstapler vom Lagerplatz und Beladen des Lkw zum Ausliefern
Ausliefern und Entladen des LKW bei unserer Kundschaft
Des Weiteren kommen viele Nebenarbeiten dazu die wir auf Wunsch gern erklären
Vielleicht hat dies Ihnen geholfen den Preis von Kaminholz etwas anders in der Wertigkeit einschätzen zu können.
Hier zur Fotogallerie über die Entstehung von Kaminholz.
Mit freundlichen Grüßen Ihr Kaminholzexpress
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Tel.:0172/3700873•03726/768298•email |